Töne sind Klangräume, die sich mit der Gesangstechnik des Obertonsingens ausloten lassen. Was bei flüchtigem Hinhören allgemein als Ton bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit eine Mehrstimmigkeit, bestehend aus einem Grundton und mitschwingenden Obertönen. Gelingt es mit der Technik des Obertongesangs die mitklingenden Obertöne hervorzuheben, entsteht ein faszinierendes Melodienspiel mit der Naturtonreihe: der Obertongesang.
Dieser Gesang, wie auch Naturtonmusik im Allgemeinen, wurzeln in den ältesten Formen des Musizierens. Die Naturtonreihe oder auch die Obertonreihe entsteht durch die natürlich Aufteilung der Grundfrequenz eines Tones in Teilschwingungen. Die Obertöne sind latent in jedem, auf physikalischem Wege erzeugtem, Ton vorhanden. Hörbar werden diese erst durch einen verstärkenden Resonanzraum, der den Ton umgibt. Verändert man die Form des Resonanzraumes, werden andere Obertöne hervorgehoben, was man oberflächlich als Veränderung der Klangfarbe wahrnimmt. Beim Singen geschieht dies durch die Veränderung der Form von Mund- und Rachenhöhle.
Obertonsingen ist eine Schulung der Stimme und des Gehörs. Dabei wird eine bewusste Wahrnehmung von inneren und äusseren Klangräumen geübt.
Hörbeispiel aus Colours of Silence, Nigel Halfhide
CD’s von Nigel Halfhide
Nigel Halfhide; Movement of Mind, 1986 / Jecklin Disk (vergriffen)
Nigel Halfhide; Colours of Silence, 1989 / Koch

